Im Zwiespalt

Gerade erst von einem Kongress kommend, den ich über das Wochenende besucht habe, schwang ich mich sogleich auf mein neues Rennrad. Bei der Fortbildung, die sehr intensiv war, ging es um die Themen Hormone, Ernährung, Lifestyle & Präventionsmedizin. Und Gott sei Dank wurde ich wieder einmal in meiner Überzeugung bestätigt: Hormone bestimmen unser Leben und der Konsum von Kohlenhydraten und die daraus resultierende Insulinproduktion scheinen unserer Gesundheit lange nicht so dienlich zu sein wie wir es über Jahrzehnte glaubten. Meine Philosophie bezüglich der Ernährung basiert auf wenigen, maximal 3 Mahlzeiten pro Tag und der Empfehlung den Kohlenhydrat- und vor allem den Einfachzuckeranteil in unserer Nahrung so niedrig wie möglich zu halten.
Nun starte ich gerade die intensive Phase meines Radtrainings in Vorbereitung auf das 24h Radrennen im Juli. Dafür absolvierte ich heute gleich mal eine 3-stündige Tour. Als ich das restriction of calories-Experiment machte, fühlte ich mich sehr wohl. Auch wenn man mit Profi-Läufern spricht, erfährt man dass diese den Kohlenhydraten schon lange nicht mehr die Bedeutung zumessen, die sie mal hatten. Und auch die Mengen der Nahrungszufuhr sind überschaubar und wohl weit weg von dem was wir uns als Laien vorstellen würden.
Weniger und seltener essen und noch dazu den Anteil der Kohlenhydrate reduzieren. Kann das eine Strategie sein, die auch für den körperlich sehr Aktiven gilt? Ausser Zweifel steht, und das belegt die Wissenschaft durch zahlreiche schöne Studien, dass das zuvor genannte in jedem Fall für den Otto-Normalverbraucher empfehlenswert ist. Wobei man auch das relativieren muss. Sind wir doch alle Individuen, weswegen die perfekte Strategie für ein langes und gesundes Leben nicht nur sehr komplex ist, sondern auch stets individuell konfiguriert werden sollte. Eins steht jedoch fest: Mit Maß und Ziel, bei der Ernährung und beim Sport. Wer voller Motivation einen gesunden Lebensstil pflegt, wird dafür belohnt werden und mit ein bisschen Glück lange gesund bleiben.
Bleiben Sie gesund! Bleiben Sie aktiv und tanken Sie heute an diesem wunderbaren Tag ein bisschen Vitamin D, das übrigens auch zu den Steroidhormonen gehört.

Werbeanzeigen

Nach dem Marathon ist vor dem (Rad-) Marathon!

In meinem Fall bedeutet „nach dem Marathon ist vor dem Marathon (ein lang bewährter Leitspruch von Marathonläufern)“, dass ich nun vom Fuße auf das Rad wechsle. Wobei das so nicht ganz korrekt ist. Ich bin in den letzten Wochen ja auch schon viel auf dem Rad-Ergometer gefahren. Und auch das Laufen werde ich in den nächsten Monaten nicht einstellen, habe ich doch noch den Wildsau- und den RedBull400-Run vor mir. Es erfolgt nun lediglich eine Umverteilung der Trainingsumfänge.
Die Woche nach dem Marathon bin ich etwas ruhiger angegangen. Mit dem Training habe ich 4 Tage pausiert, was meinen Beinen gut getan hat. Währenddessen habe ich mich mit BCAAs (verzweigtkettige Aminosäuren, die die Regeneration verbessern) und Magnesium versorgt. Das und die Ruhephase hatte zur Folge, dass ich letzten Freitag problemlos und energievoll meine Rad-Ergometereinheit absolvieren konnte. Ganz ohne Muskelkater und Müdigkeit in den Beinen.
An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal bei allen Beteiligten/meinem Team bedanken! Ihr habt wirklich gute Arbeit geleistet! Auch wenn die letzten 7km des Marathons erwartungsgemäß eine Qual waren, so bin ich doch überrascht wie schnell ich die Beanspruchung des Laufes weggesteckt habe. Womit ich wieder mal zu der Erkenntnis gekommen bin: Alles steht und fällt mit der richtigen Vorbereitung.
Nun wartet die nächste große Herausforderung: 24h Radfahren für einen guten Zweck. Das was mir am meisten Sorge macht sind die Qualen der Dauerbelastung, die mich erwarten werden. Und damit meine ich weniger meine Oberschenkel als mehr mein Gesäß. Derweil tut mir mein Po schon weh, wenn ich 3 Stunden im Sattel sitze. Ich sage nur: Viel Vergnügen Christian. Die Motivation und den Trost finde ich in der Sache für den guten Zweck. Es geht ja schliesslich nicht um die Ehre, sondern darum Menschen mit der Glasknochenkrankheit zu unterstützen.
Parallel dazu laufen natürlich auch noch die Liegestütze, das 100kg Bankdrücken, der Krafthandstand und die Ernährungsprojekte. Die Läufe nicht zu vergessen 😉
Trotz der vielen Anstrengungen freue ich mich sehr auf die nächsten Sport-Monate. Und auf das schöne Wetter, das hoffentlich bald kommt!
Das nächste Ernährungsprojekt startet im Mai und läuft unter dem Motto: Gluten-frei. Ich bin schon jetzt sehr gespannt!
Last but not least nähert sich die Badesaison in großen Schritten. Es heißt also „in Form bleiben“, gut ernähren und viel, viel bewegen, damit wir uns in den Badeklamotten auch wirklich wohlfühlen!
Go for it!

03:26:33!

Es ist geschafft! Hiermit bin ich offiziell in der Form meines Lebens – zumindest lauftechnisch. Der heutige Marathon war ein tolles Erlebnis. Nicht, weil ich wissen wollte wie es ist einen Marathon zu laufen. Diese Erfahrung habe ich ja bereits (wenn auch vor vielen Jahren) gemacht. Es war toll, weil ich mich sehr auf den Lauf gefreut habe. Wohl wissend, dass es hart wird. Wohl wissend, dass ich mich mehrmals fragen werde warum ich mir das nur antue. Wohl wissend, dass mir gegen Ende des Laufes und auch danach alles wehtun wird. Es war toll, schön und erfüllend zu sehen, dass man über seine Grenzen hinaus Leistungen erbringen kann, die man sich vielleicht nicht zutraut. Es ist einfach toll, dass man seinen Körper auf ein ganz bestimmtes Ziel hin trainieren kann. Und das von einem Zeitpunkt weg an dem man nicht dachte, dass es klappen wird. Es geht hier gar nicht um die Leistung im Allgemeinen. Es gibt tausende Läufer, die den Marathon viel schneller bewältigen und bessere Läufer sind als ich. Es geht darum, dass wir uns persönliche Ziele stecken. Hohe Ziele stecken. Und dann ganz fest daran glauben und einfach alles dafür tun, dass wir es schaffen! Dass wir die mentale Stärke mitbringen und über Grenzen gehen, die schier unüberwindbar zu sein scheinen. Es geht um Konsequenz und Disziplin, die oft Entbehrungen und Anstrengungen erfordern. Wenn man das Ziel dann erreicht hat, ist das Gefühl einfach überwältigend und wunderschön. Jeder von uns kann Grenzen überschreiten und seine Ziele erreichen. Wir müssen etwas nur wirklich wollen und bereit sein einfach alles dafür zu geben! Und diese Disziplin verfolgen wir nur mit klaren Zielen und einem Plan wie wir diese erreichen können. Ich habe es heute geschafft und bin sehr glücklich darüber! Wenn ich das kann, dann könnt ihr eure Ziele (welche es auch immer sein mögen) auch erreichen. Ich glaube an euch wie ich auch an mich geglaubt habe.
Heute morgen bin ich um kurz vor 6 Uhr aufgestanden. Der letzte Bissen vom Frühstück sollte schliesslich um 7 Uhr (2 Stunden vor dem Start) gegessen sein. Mein Kampfgewicht lag heute Morgen bei 72.3kg. Somit habe ich über 3kg abgespeckt, um so leicht wie möglich zu sein, wenn es auf die Strecke geht. Die Ernährung und mit ihr auch manchmal Diäten stellen einfach einen wichtigen Bestandteil eines Sportlerlebens dar. Auch dafür musste ich alles geben. So habe ich in den letzten Wochen vor dem Lauf ganz bewusst darauf geachtet was ich esse. Obendrein habe ich in der letzten Woche gänzlich auf Alkohol verzichtet. Eine Maßnahme, die bei vielen einerseits zur Verbesserung der Fitness und andererseits auch zur Gewichtsabnahme führt.
Für mich ist heute ein Festtag, den ich mit lieben Freunden und meiner Familie zelebrieren durfte! Danke, dass ihr alle dabei ward und mich so großartig unterstützt habt! Jetzt gibt´s was „Ordentliches“ zu essen…sofern ich den Weg zum Kühlschrank noch schaffe 😉
Und morgen beginnt dann auch schon der Weg zur nächsten Challenge: Das 24-h-Radrennen! In genau 3 Monaten findet es statt. Und es geht dabei um einen guten Zweck, weswegen ich mich mindestens genauso bemühen werde wie für den VCM. Pause machen spielts also nicht…

Nur noch 6 Tage!

Im Laufe der letzten Monate dachte ich, dass ich während des Trainings bereits alle Wetterlagen durch habe. Nix da! Vergangenen Donnerstag hatte ich das Vergnügen eines April-Laufes. Innerhalb 1 Stunde begrüßten mich Sonne, Wind, Regen, Schnee und…richtig! Hagel. Was für eine Freude. Doch auch dieses Mal bot ich Petrus die Stirn und lief einfach stur weiter.
Das Osterwochenende ist fast „überstanden“. Da es das letzte Wochenende vor dem großen Bewerb war, blieb ich konsequent. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals zuvor zu einem Osterfest so wenig (vor allem Süßes) gegessen habe wie in diesem Jahr. Und ich kann euch nur sagen, dass die Vorfreude auf den Bewerb und der damit verbundene Wille mein Ziel zu erreichen es mir wirklich nicht schwer gemacht haben! Osterhasen, Pinze, Reindling (ich bin ja in Kärnten aufgewachsen und da gehört der Reindling zur Osterjause wie das Amen zum Gebet) & Co. wurden gekostet und dann ganz schnell wieder bei Seite geschoben. No problemo! Das hat mir wieder gezeigt (und ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne) wie wichtig es ist greifbare Ziele vor Augen zu haben. Wollen wir in unserem Leben etwas verändern, so bedarf es in den meisten Fällen konkreter Ziele, die wir stets im Auge behalten und verfolgen können. Dann und nur so! fällt das Konsequentbleiben viel leichter!
Dem zurückhaltenden Ostermahl folgte Sonntag Früh um 7:45 Uhr ein 1-stündiger Lauf am Wörthersee. Tempo machen! Wer glaubt, dass die letzten beiden Wochen vor dem Marathon unwichtig sind, der hat sich getäuscht. Jetzt heißt es fokussiert bleiben, wenn möglich noch ein bisschen Gewicht verlieren (jedoch in den Tagen unmittelbar vor dem Bewerb ja keine Diät mehr machen!), spritzig bleiben, aber es mit dem Laufpensum nicht mehr übertreiben. Es ist also durchaus noch eine prekäre Phase, in der man noch viele Fehler machen könnte.
Ich fühle mich gut! Fühle mich bereit! Es ist eine wunderbare Mischung aus Vorfreude und Angespanntheit. Man merkt wie die Adrenalinspiegel steigen und das Blut in „Wallungen“ gerät. Lasst und das gemeinsam fühlen. Wir sind Rennpferde, die es kaum erwarten können aus der Startbox gelassen zu werden…und es sind nur noch 6 Tage…
PS: Was ich persönlich wirklich wunderbar finde ist die Tatsache, dass meine Frau Lisa sich auf meinen Lauf genauso freut und aufgeregt ist wie ich. Die Familie Matthai ist diese Woche also schon im VCM-Fieber!