Letzte lange Ausfahrt

Bevor ich von meiner letzten langen und auch bisher längsten Ausfahrt berichte, möchte ich den „Rosenarcadenlauf in Tulln“ erwähnt wissen. Dieser fand vergangenen Mittwoch statt und da er von meinem Trainer und Freund Bernie Url veranstaltet wird, war es für mich ein Ding der Selbstverständlichkeit dort teilzunehmen. Obwohl ich das Laufen in den vergangenen Wochen etwas vernachlässigt habe, bin ich mit meinem Ergebnis zufrieden. Die knapp 10km in gut 42min. Das ist ok. Was aber nicht ok war, war das Gefühl in meinen Oberschenkeln, das mich am nächsten Morgen überraschte. Ich hatte mir einen ordentlichen Muskelkater eingefangen. „Ideal“ für die heutige 200km Ausfahrt. Tja, wer nicht hören will, muss fühlen.

Die heutige Ausfahrt ist ganz gut verlaufen. Anfangs war es kalt und nass und der Wind quälte mich die ganzen 200km. Aber was solls, es könnte beim Rennen ja auch so sein. Heute habe ich erstmals Probleme mit dem Magen bekommen. Ich esse ja während des Trainings, da ich sonst nicht wieder nach Hause kommen würde. 7 Stunden Ausfahrt sind einfach viel zu lange, um nichts zu essen. In den vergangenen Einheiten hatte ich mich immer mit Riegeln und Gelen versorgt. Nur irgendwann wird das alles zu süß und zu „pickig“. Man bekommt den Mund vor lauter Zucker nicht mehr auf. Beim Rennen muss ich unbedingt variieren und auch Salziges essen, sonst wird mein Magen streiken.

Vergangenen Freitag war ich auch noch bei Luki Hollerer, meinem Physiotherapeuten. Mein Nacken macht mir zu schaffen seit dem ich die langen Ausfahrten habe. Das permanente Überstrecken ist sehr belastend. Die Nackenprobleme haben auch dazu geführt, dass ich ein leichtes Kribbeln in den kleinen Fingern spüre. Auch nicht lustig. Sonst bin ich körperlich aber sehr fit. Die Salmonellen scheinen überstanden. Keine Knie- oder Hüftprobleme. Alles bestens.

Dennoch muss man klar sagen, dass es alles andere als gesund ist, seinen Körper durch derartige Beanspruchungen zu belasten. Auch hier gilt alles mit Maß und Ziel zu machen.

Ich freue mich unheimlich auf die nächsten Challenges, die dann ja eher in die Richtung Kraftsport gehen werden. Im August steht dann auch noch das Experiment „Paleo“ an. Die Zeit verfliegt und auch wenn mich die ein oder andere Sache nervt (schon mal 7Stunden am Rad gesessen 😉 ?) so bin ich stolz sagen zu können, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie so fit war wie am heutigen Tage.

Noch 13 Tage bis zum Race! Der Countdown läuft…

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out of order

Diese Woche streiche ich lieber aus meiner Erinnerung. Montag Abend hatte ich nämlich das Vergnügen mit Salmonellen Bekanntschaft zu machen, was dazu führte dass ich die Zeit, die ich auf dem Rad hätte verbringen können, lieber auf der Toilette verbracht habe. So eine Salmonellen-Vergiftung ist wirklich nicht ohne. Erst seit gestern fühle ich mich wieder halbwegs fit. Bis dahin war an Training nicht zu denken! Es ist wirklich erstaunlich wie sehr man gehandicapt ist und wie geschlaucht man sich fühlt, wenn die Verdauung nicht stimmt. Womit wir wieder beim Thema Ernährung ankommen. Die richtige Ernährung und damit verbunden die Aufnahme wichtiger Nährstoffe in den Körper ist das A und O für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Passt das nicht, geht gar nix!

Somit war gestern zum Wiedereinstieg eine leichte Laufeinheit und ein lockeres Krafttraining angesagt. Danach war ich fix und fertig. Heute werde ich so gut es geht den Fahrrad-Ergometer bearbeiten. Die vergangene Woche war – wieder einmal – ein herber Rückschlag am Weg zum 24h-Radrennen. Sind es doch nur noch 3 Wochen bis zum Rennen. Und nur noch 2 Trainingswochen!

Ich habe jedoch schon während meiner letzten langen Radeinheit realisiert, dass das 24h-Radrennen der erste Bewerb sein wird, bei dem es für mich nicht darum geht so schnell als möglich ins Ziel zu kommen. Es wird ein „Kampf“ mit mir selbst. Es wird darum gehen durchzuhalten, Schmerzen zu akzeptieren, Müdigkeit zu überbrücken, in Zeiten der Schwäche Energie zu mobilisieren, willensstark zu bleiben und einfach alles zu geben. Ich werde mich in einer Ausnahmesituation kennenlernen. Ich werde Seiten an mir entdecken, die ich bisher noch nicht kannte. Ich werde Grenzen sprengen – müssen. Auch wenn ich froh sein werde, wenn alles vorbei ist, so bleibt auch hier der Weg das Ziel.

Ich empfinde gemischte Gefühle. Morgen treffe ich meinen lieben Freund Günter, der mich während des Rennens dankenswerterweise betreuen wird. Wir werden uns detailgetreu überlegen was wir alles brauchen, was ich essen werde, wie Pausen und unsere Rennstrategie aussehen könnte.

Ich fühle mich ein bisschen wie ein Profisportler. Bin mir aber dessen bewusst, dass die Vorbereitung weder optimal noch professionell gelaufen ist. Das ging einfach nicht anders. Dafür bin ich viel zu viel „Normalo“. Ich habe nun mal einen intensiven Job und eine Familie mit 2 kleinen Kindern. Dennoch kann ich sagen, dass ich mein Bestes gegeben habe und am heutigen Tage sicher schon in der Form meines Lebens bin.

Da ich durch die Salmonellen leider auch noch 3kg Gewicht verloren habe (ich wollte vor dem Rennen eigentlich keinesfalls Gewicht verlieren), schließe ich mit einem Zitat aus „Der Teufel trägt Prada“:

„Ich bin nur noch 1 Magen-Darm-Grippe von meiner Traumfigur entfernt“!

Zum Vatertag…

…bekam ich Ausgang. Genauer gesagt, Ausfahrt. Und zwar 6 Stunden lang, knapp 180km. Bei 34°C im Schatten (wie gerne wäre ich im „Schatten“ gefahren, aber (Wind-)Schattenfahren ist beim Bewerb ja verboten) macht das besonders viel Freude. Wobei mir die Hitze weniger ausmacht als der immer wieder spürbar lebhafte Wind. Egal, mal wieder alle Witterungen durch, da ich gestern auch bei Regen fahren durfte. Bei aller Liebe zum Sport, diese extremen Belastungen (ich weiß, es geht noch viel extremer) beginnen meine Liebe zu körperlicher Betätigung ein kleinwenig zu trüben. Nicht, weil ich mich nicht gerne anstrenge. Ganz im Gegenteil. Beim Sport entwickle ich mal ganz gerne ein masochistische Ader. Wo ich den Spaß aber verliere ist der Zeitpunkt an dem mir alles anfängt wehzutun. Wer schon mal ein paar Stunden in der aerodynamischen Position auf einem Triathlonlenker verharrt ist, weiß wovon ich spreche. Der Nacken fängt fürchterlich an zu schmerzen. Obendrein beginnen mir dann nach und nach die kleinen Finger einzuschlafen. Neben dem Zerspringen der Oberschenkel entstehen also nach und nach noch kleine Kollateralschäden.

Wer 6 Stunden fährt muss am Rad essen! Wenn man sich die Geschichten extremer Ausdauersportler ansieht, so finden Niederlagen Ihre Ursache meistens in Essfehlern. Wer nicht nachlegt, dem geht der Ofen aus. Das ist sicher! So habe ich heute Riegel, Gels und zuckerhaltige Getränke konsumiert, um 6 Stunden leistungsfähig zu bleiben. Nach ein paar Stunden hat man dann das Gefühl den Mund vor lauter Zucker nicht mehr aufzubekommen. Alles klebt. Einfache Kohlenhydrate sind jedoch sinnvoll und notwendig, damit der Motor am Laufen bleibt.

Ist schon alles sehr eigen, was man da so machen muss. Dennoch bin ich stolz, da ich mich heute nach 6 Stunden nicht mehr so kaputt fühle wie noch vor einigen Wochen nach 3 oder 4 Stunden Radfahren.

Letzte Woche hat wieder mal ein Laktattest und eine Messung der Körperzusammensetzung bei Bernie stattgefunden. Ich habe 2-3kg verloren, Muskeln auf- und Fett abgebaut. Es läuft somit alles nach Plan.

Genau heute in 4 Wochen ist es soweit. Das große Rennen. Ich freue mich drauf, bin dann aber auch froh wenn es vorbei ist und ich mich mal wieder auf das Krafttraining konzentrieren kann, denn da warten ja auch noch einige Aufgaben auf mich…

On the road again…

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Die Bräune, die ich schon immer haben wollte 😉
Bitte seht es mir nach, wenn sich der ein oder andere Rechtschreib- oder Grammatikfehler in diesen Text einschleicht, denn mein Blut befindet sich noch zur Gänze in meinen Beinen und meine beiden kleinen Finger sind taub vom langen Aufstützen auf den Radlenker.
Ich habe gerade die längste Radeinheit meines Lebens hinter mir und zwar 130km bei voller Hitze. Ich gehe ganz bewusst auch zu Uhrzeiten trainieren in denen es richtig heiß wird, da das Radrennen ja über 24 Stunden geht und ich mich somit (im Juli erst recht) auf alle Temperaturen einstellen muss. Prinzipiell finde ich das Rennradfahren toll. Ab einer gewissen Trainingsdauer wird es jedoch sehr mühsam, da einem sämtliche Gliedmaßen beginnen wehzutun. Mein Nacken macht mir ganz besonders zu schaffen. Ich fahre streckenweise mit einem Triathlonlenker, der mich dazu zwingt den Nacken deutlich zu überstrecken. Diesbezüglich werde ich wohl noch an der Position auf meinem Rad feilen müssen. Neben vielen kleinen Details, die es zu verbessern gilt muss ich mich obendrein noch mehr auf die Ernährung und das Trinken konzentrieren. Denn wie man mir schon prophezeit hat und ich es selber merke, wird alles an der richtigen Ernährung am Rad während des Rennens liegen. Ich habe heute 4 l Flüssigkeiten während des Trainings getrunken und noch mal 1.5 l danach. Das ist ein Minimum bei so einem Trainingspensum und solchen Temperaturen. Zusätzlich habe ich 1 Riegel und 3 Power-Gele konsumiert. Der Großteil der Flüssigkeiten war mit Kohlenhydraten angereichert – sprich haben Zucker enthalten. Sonst wird das nix bei 130km. Meine Pulsuhr zeigte satte 4.200kcal Energieverbrauch an. Ja, da geht was weiter. Nur noch 5 Wochen bis zum großen Rennen. Es mischen sich Vorfreude mit GROSSEM Respekt und auch ein bisschen Angst. Die Angst und der Respekt und natürlich auch das Charity-Projekt treiben mich dazu an wirklich alles zu geben, um bis zum 11.7. in die Form meines Lebens zu kommen.
An alle Kinder: Bitte nicht nachmachen! Regelmäßige moderate körperliche Betätigung würde es auch bringen! Sonst geht es euch nämlich so wie mir…DSC_0422