Es geht wieder mal um die Ernährung!

Was wirklich nicht einfach ist – und das ist wohl auch der Grund, warum viele Profisportler am Ende ihrer Karriere deutlich an Gewicht zunehmen – ist die Ernährungsumstellung vom Radfahrer zum „Kraftsportler“. War es bis vor wenigen Wochen noch ziemlich egal wie viel ich gegessen habe (schliesslich bin ich jede Woche etliche Stunden am Rad gesessen), so ist es heute alles andere als das. Für die Liegestütz-Challenge brauche ich zwar deutlich mehr Mukis, aber keinesfalls viel Gewicht. Denn umso schwerer ich bin, desto mehr muss ich bei einer Liegestütz ja auch nach oben drücken. Wer Muskeln aufbauen will, der sollte sich nicht nur mit ausreichend Eiweiß versorgen, sondern sollte sich auch in eine anabole Stoffwechsellage bringen. Das bedeutet: Man muss ausreichend essen, damit Muskeln wachsen können, darf aber nicht zu viel essen, um kein Fett aufzubauen. Ich muss jetzt also noch viel mehr darauf achten was ich esse und vor allem wie viel ich esse. 1 Stunde Krafttraining ist sehr fordernd und anstrengend. Oft belastender als 1 Stunde am Rad zu fahren. Dennoch liegt der Energieverbrauch beim Krafttraining deutlich unter dem des Ausdauersports. Diese Info ist wichtig, da viele Menschen nach dem Fitnesscenterbesuch der Meinung sind, sie müssten jetzt mal richtig viel essen. Das trifft nur zu, wenn man im Gym eine lange Ausdauereinheit hinter sich gebracht hat. Wer ein gut trainierter Sportler sein will und in die Form seines Lebens kommen möchte, der muss also durchaus strategisch vorgehen und viele einzelne Komponenten beherzigen. Das ist aber keinesfalls belastend oder mühsam, sondern eher spannend. Macht also mit! Bringt euch in die Form eures Lebens! Beschäftigt euch mehr mit euch selbst, eurer Ernährung und allem was zum Gesundbleiben dazugehört! Es zahlt sich aus!

Ich wünsche euch eine tolle Zeit und noch eine schöne Woche!

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Ein Kraftakt

Es ist gar nicht so einfach nach so langer Zeit des intensiven Ausdauertrainings nun auf den „Kraftmodus“ zu switchen. Ganz abgesehen von der körperlichen Beanspruchung ist es zusätzlich wichtig auch wieder die Ernährung anzupassen. Im Rahmen des Marathon- und des Radtrainings sollten die Kohlenhydrate im Vordergrund stehen, da sonst Energie an allen Ecken und Enden fehlt. Auch im Rahmen des 24h Radmarathons war es eine Herausforderung das was ich verbrauchte auch wieder zu mir zu nehmen. Auch bei dem wie viel ging es eher darum sehr viel zu essen. Jetzt steuere ich 100kg Bankdrücken und 100 Liegestütze an. Dafür bedarf es wieder einiges mehr an Mukis. Und Muskeln brauchen Aminosäuren, sprich Eiweiß. Genau dafür kommt mir auch mein nächstes Ernährungsexperiment gelegen. „Die Paleo-Diet“. Essen wie ein Steinzeitmensch. Abgesehen von dem Besuch in Deutschlands einzigem Paleo-Restaurant habe ich das noch nie ausprobiert und bin schon sehr gespannt was mich da erwarten wird. Paleo verbietet fast alles an Getreide oder Kohlenhydraten und gestaltet sich aus diesem Grund sehr eiweißhaltig. Das passt ganz gut zu dem was ich so vorhabe.

Bevor es an die Kraftakte geht, erwartet mich auch noch das RedBull400-Rennen in Bischofshofen. In gut 3 Monaten ist das Projekt dann auch schon wieder zu Ende. Es ist schön sich fit und trainiert zu fühlen. Dennoch werde ich auch froh sein mal wieder faul sein zu dürfen. Denn wenn andere bei 38° im Pool liegen, verbringe oder verbrachte ich meine Einheiten am Rad, auf der Strasse oder in der Kraftkammer.

Es bewahrheitet sich immer wieder (wie so oft im Leben): „No pain no gain“.

Apropos „pain“: Demnächst treffe ich den Gründer der Laufserie „Wildsau-Run“, der „Director of Pain“ genannt wird…

452km später…

…bin ich glücklich sagen zu können, dass damit € 5.000,- Menschen mit der Glasknochenkrankheit zugute kommen. Da hat sich das Strampeln doch mal ausgezahlt. Aber beginnen wir von vorne. Nomen est omen! Startnummer 40! Passt doch wunderbar zu meinem diesjährigen Projekt. Was für ein Zufall. War es Zufall? Wie auch immer. Ich habe es jedenfalls sehr positiv gesehen. Das Wetter hat gepasst (es hatte etwa 32°, so wie das im Juli eben auch sein soll). Ich war gut drauf und dementsprechend ist auch alles gut gelaufen. An dieser Stelle möchte ich nicht nur den Sponsoren, sondern auch meinem lieben Freund und Trauzeugen Günter danken! Ohne ihn wäre ich wohl verloren gewesen bzw. hätte ich diese Kilometeranzahl sicher nicht geschafft. Er hat mich unterstützt, versorgt und mir meine durchaus beanspruchten Muskeln ordentlich durchgeknetet. Und zwar so gut, dass ich heute praktisch beschwerdefrei bin. Ich habe ein wenig Muskelkater in den Beinen und im Gesäß. Sonst geht es mir aber recht gut. Der Nacken hatte mir während des Rennens auch Probleme bereitet, da man diesen während des Fahrens ja permanent überstreckt. Nach einigen Kilometern weiß man dann irgendwann auch nicht mehr wie und wo man sitzen soll. Schmerzen sind aber ganz gut zu ertragen, wenn man weiß wofür man sie erdulden soll. Von der Beanspruchung her ist das Rennen in etwa so verlaufen wie ich es mir vorgestellt hatte. Nach 200km (das war die längste Strecke meines Trainings) machten meine Beine ein wenig schlapp, die Muskeln wurden sauer und es machten sich ansatzweise leichte Krämpfe bemerkbar. Es war ja auch wirklich heiß, was dazu führte, dass ich viele, viele Liter an Flüssigkeiten verloren habe. Das war der Zeitpunkt an dem ich ein wenig Tempo aus dem Rennen genommen habe, um auch wirklich lange durchhalten zu können. Obendrein habe ich zu diesem Zeitpunkt meinen Geist und meinen Körper entkoppelt. Ich war mir ja dessen bewusst, dass es vor allem eine Kopfsache ist und dass es das Rennen mehr mit Willen zu bestreiten gilt als mit Kondition. Mit diesem Willen, den übrigens jeder von euch aufbringen kann, bin ich dann noch mal 250km gefahren. Die Nacht war bitterkalt und ich war müde. Dennoch hielt ich mich strikt an den von mir erstellen Plan. Dieser enthielt mehrere kurze Pausen und verschieden lange Fahrzeiten. Anfangs waren sie etwas länger und nach den ersten 200km bin ich stets nur mehr 43km am Stück gefahren. Nach 43km (2 Runden) habe ich gegessen, getrunken und mich kurz massieren lassen. Geschlafen habe ich gar nicht. Seit ich 2 Kinder habe, kann ich mit Schlafentzug ganz gut umgehen 😉 Ausserdem wollte ich die Zeit zum Fahren nutzen. Es war mir auch von Anfang an klar, dass es viel wichtiger sein wird viel zu essen und zu trinken als zu schlafen. Und tatsächlich habe ich wirklich viel gegessen und getrunken! Ich schätze mal, dass ich während der 24 Stunden etwa 12 Liter getrunken und ungefähr 6.000kcal zu mir genommen habe. Verbraucht haben dürfte ich etwa 14.000kcal. Reine Fahrzeit hatte ich etwa 18 Stunden.

Auch wenn es mir Spaß gemacht hat, werde ich so ein Rennen wohl nicht mehr fahren. Der Aufwand für das Training ist mir einfach zu groß. Wer 12 Stunden in der Woche Fahrrad fährt, der muss zwangsläufig die Familie vernachlässigen. Und das möchte ich zukünftig nicht mehr tun.

No Limits: Was für mich wirklich erstaunlich war ist die Tatsache, dass ich gestern hätte weiterfahren können. Mir hat zwar alles wehgetan, meine Beine hätten aber noch locker 150 oder 200km hergegeben. Es ist wirklich faszinierend was man mit Willen und absolutem Wollen alles erreichen kann! Wenn ich das kann, dann schafft ihr das bestimmt auch! Denkt immer daran!

Das nächste Event findet Ende August statt. Es handelt sich dabei um den Red Bull 400 Run auf eine Schisprungschanze. Obendrein muss ich mich auch ranhalten, damit das mit den Liegestützen und den anderen Projekten noch klappt. 

Ich bin mit dem bisherigen Verlauf jedoch sehr zufrieden und auch glücklich, dass das harte und lange 24h-Radrennen nun vorbei ist und ich mich neuen Aufgaben widmen kann. 

Abschliessend möchte ich mich nochmals bei allen bedanken, die mich unterstützt haben!

Die Firmen, Günter, meine Familie (während des Rennens habe ich mich mit Kuchen von meiner lieben Schwiegermutter vollgestopft) und alle Freunde, die an mich gedacht haben! Ein großes Extra-Danke gebührt meiner Frau Lisa, die nicht nur beim Rennen dabei war, sondern mich auch in den Monaten zuvor oftmals entbehren musste…

Hier kommen noch ein paar Impressionen vom gestrigen Renntag…

 

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Zell am See bei 37 Grad

Irgendwie zieht es mich immer wieder nach Zell am See. So auch an diesem Wochenende. Mir ist momentan beinahe zum Feiern zumute. Das war die letzte lange Trainingseinheit vor dem Rennen. 5 Stunden bei glühender Hitze reichten mir auch. In 6 Tagen ist es dann soweit, dann geht es ans Eingemachte. Meine Beine sind fit, mein Kopf ist ehrlicherweise jedoch schon müde. Ich wollte mein Leben ja ein Jahr lang – zumindest annähernd – an das eines Profisportlers angleichen. Viel trainieren, mehr trainieren als zuvor, auch trainieren, wenn man mal keine Lust hat, sehr gesund essen, abnehmen wenn es sein muss oder auch mal essen, wenn man gar keine Lust hat zum Essen (wie zum Beispiel am Rennrad). Wenn ich mir bei den langen Ausfahrten so meine Riegel und meine durch die Sonne brühwarm gewordenen Elektrolytgetränke einverleibe, „leide“ ich als Genussmensch doch sehr! Das hat nichts mehr mit feiner Kulinarik und Genuss zu tun! Das ist reiner Zweck und Notwendigkeit! Trinken muss man, wenn man sportelt. Bei Hitze erst recht und da fragt der Körper nicht nach der Temperatur des Getränkes. Da heißt es nur: Flüssigkeiten so viel als möglich! Und Pech, wenn sie warm geworden sind. Ich hatte heute also mal wieder meine Elektrolyttees am Rad 😉

Ich trainiere schon lange für dieses Rennen. Die letzten 3 Monate sehr intensiv. Im Schnitt bin ich sicher auf 10 Stunden Training pro Woche gekommen. Ein Ausmaß an Sport, das ich weder für passend noch als leicht in meinen Alltag integrierbar erachte. Ich will wieder Sport nach Lust und Laune machen. Will mich wieder richtig gut fühlen nachdem ich mich körperlich betätigt habe. Zurzeit quäle ich mich. Macht aber nichts und gehört eben dazu. Es heißt ja auch „shape of my life“ und nicht „Gaudi of my life“…

Am kommenden Mittwoch wartet noch eine Ausfahrt über 150min auf mich. Ein Spaziergang im Vergleich zu den letzten Wochen.Donnerstag und Freitag heißt es dann Faulenzen und viele Kohlenhydrate essen. Ich bin gespannt wie das mit dem Essen während des Wettbewerbs klappen wird. Werde ich doch etwa 16.000kcal verbrauchen. Da heißt es zumindest 10.000kcal während des Rennens wieder zuführen. Mahlzeit!

Als ich so vor mich hin jammerte, erblickte ich auf den Feldern rund um Zell (es war Sonntag, Mittag und es hatte 37 Grad) zahlreiche Bauern, die in der glühenden Hitze ihre Felder bewirtschafteten. Ich hörte ganz schnell auf zu jammern und erfreute mich an meinem schönen Rad und daran, dass ich das Privileg habe am Sonntag ein paar Stunden auf dem Rad durch die Landschaft zu fahren…nur so als Denkanstoß…

Drückt mir bitte die Daumen! Es geht schliesslich um Geld für Menschen mit der Glasknochenkrankheit! Ich gebe mein Bestes und werde bis zur letzten Minute kämpfen, das verspreche ich! No pain, no gain!IMG_20150705_120701

Apropos Bart: Die Haare, die ich mir auf den Beinen entfernen musste, lasse ich mir aus ausgleichender Gerechtigkeit jetzt im Gesicht wachsen 😉