Was für eine Sauerei!

Seit gestern weiß ich, warum der „Wildsau-Run“ unter der Kategorie „Dirt Run“ geführt wird. Wer nicht total mit Dreck „versaut“ wird, der war praktisch nicht dabei. In etwa so lautet das Motto der Veranstalter. In den vergangenen Monaten habe ich wirklich viele Sportwettbewerbe gemacht, wobei jeder einzelne etwas für sich hatte. Der „Wildsau-Run“ geht wie auch die anderen Bewerbe in eine sehr extreme Richtung. Mal ganz offen und ehrlich gesprochen muss ich sagen, dass ich das was ich gestern erlebt habe fast für ein bisschen pervers halte. Man sollte definitiv Masochist sein, um Gefallen am Wildsau-Run zu finden. Aber das ist nur meine Meinung. Vielleicht bin ich ja einfach keine „Wildsau“?

Man beginnt den Lauf mit einem Hindernisparcours bei dem das zweite Hindernis aus einer Rampe besteht, die man erklimmen muss. Die Rampe führt über eine Rutsche in ein etwa 3 Grad kaltes Wasserschlammbecken. Wer dabei versucht den Kopf noch irgendwie über Wasser zu halten, der hat sich umsonst bemüht. Denn ein paar Meter durch das eiskalte Wasser-Schlammbecken gewatet muss man im selben Becken unter einem Balken durch tauchen, um zu dem nächsten Hindernis zu gelangen. Man weiß also, dass man das gesamte Rennen triefend nass bestreiten muss. Zur Erinnerung: Wir hatten gestern den 17.Oktober, zum Zeitpunkt des Startes etwa 7 Grad. Da macht nass durch den Wald laufen so richtig Spaß. Moment, Moment! Ich bin noch nicht fertig! Unmittelbar nach dem „Wasserbad“ läuft man durch eine Korridor, in dem man von Stromstössen traktiert wird. Auch sehr angenehm. Und so in etwa geht es dann weiter. Der Lauf gestaltete sich eher aus einer bergauf-bergab Wander-Rutschpartie. Bergauf „lief“ man meistens in einem Flussbett, wo einem das Wasser über die Füße floss. Ich konnte so wie die meisten eigentlich nicht laufen, sondern musste gehen, weil es einfach zu steil und rutschig war. Bergab war man stets bemüht nicht ins Rutschen zu gelangen und nicht zu stürzen. Was mehr oder weniger gelang. Ich bin sehr stolz, dass ich den Lauf überstanden habe. Noch stolzer bin ich auf meinen lieben Freund und Orthopäden Dr. Philippe Reuter, der sich mit mir durch die Schlacht schlug und alles bravourös meisterte. Ganz abgesehen davon, dass ich es schön fand, dass er mit gemacht hat, war ich auch heilfroh, dass er an meiner Seite war, da Philippe obendrein Unfallchirurg ist 😉

Obwohl ich abends sehr müde und erschöpft war, fand ich es schade, dass ich das Gefühl hatte der Bewerb war weniger eine sportliche als eine psychische Challenge. Im Oktober im Wald in ein eiskaltes Wasserbecken zu springen, unterzutauchen und dann mehrere Stunden durch den Wald zu „hirschen“, da gehört schon ne mächtige Portion Verrücktheit dazu. Obwohl ich in diesem Jahr wirklich viele extreme Bewerbe bestritten habe, muss ich wohl erkennen und akzeptieren, dass mir dann doch das Quentchen „Craziness“ fehlt, damit ich diesen Lauf noch mal mache.

Trotzdem muss ich sagen: Viele Menschen haben mitgemacht. Viele Menschen hatten viel Spaß. Viele Menschen sind weit über Ihre Grenzen gegangen und haben Ängste überwunden. Und viele Menschen sind deswegen heute mit Sicherheit sehr, sehr stolz auf sich! Und das zurecht! Sich einer Herausforderung zu stellen und über das persönliche Limit hinauszugehen erfordert sehr viel Mut! Jeder der das im Leben tut ist ein Gewinner! Und jeder, der den „Wildsau-Run“ macht, spürt wie intensiv sich Leben anfühlen kann. Und das hat auch was für sich…

Das war der letzte Bewerb im Rahmen des Blogs! Es fehlen nun „nur“ noch die 100 Liegestütze und die Krafthandstand-Challenge.

Philippe mein Freund: Auch wenn es keinen Spaß gemacht hat, es war mir eine Ehre mit dir gemeinsam über meine Grenzen zu gehen!

Und so schaut´s aus

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